Agro-Gentechnik: Gefahr für Gesundheit, Wissenschaft und Demokratie

Agro-Gentechnik: Gefahr für Gesundheit, Wissenschaft und Demokratie

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Am 18. März fanden sich zur Informationsveranstaltung des Dresdner Gesundheitsstammtisches „ Agro-Gentechnik: Gefahr für Gesundheit,Wissenschaft und Demokratie“ in der Dresdner Dreikönigskirche viele interessierte Menschen ein und verfolgten die mit viel persönlichem Engagement vorgetragenen Ausführungen von Antônio I. Andrioli.


1996 begann der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in den USA. Die Argumente der Befürworter der Grünen Gentechnik waren und sind die Ertragssteigerung, Betriebsmittelkostensenkung durch Herbizid- und Pestizideinsparung bis hin zu unegoistisch anmutenden Motiven der weltweiten Hungerbekämpfung.
Der aus Brasilien stammende Dr. Antônio Andrioli widerlegte während seines Vortrages nicht nur diese Versprechen als Blendung, sondern entlarvte gestützt auf eigenen Erfahrungen, die gern zurate gezogenen Studien der AgroGentechnik-Befürworter als Augenwischerei. Nicht nur die Methodik der Versuchsführung wirft Fragen auf. So berufen sich etwa auch politische Entscheidungsträger auf beispielsweise Studien bezüglich GV- Soja, deren Pflanzen-Material nie - wie in der Realität dem Prinzip zu Grunde liegend, mit dem Wirkstoff von Roundup Glyphosat in Berührung gekommen ist. Gerade dieser steht aber nicht nur in Verdacht schwerer gesundheitlichen Folgen für Mensch und Tier, sondern führte bereits in der Praxis zu Konsequenzen. Die gesundheitlichen Beeinträchtigung sind so schwerwiegend, das politische Verantwortliche in Südamerika bereits Bauern finanziell unterstützen, die nicht gentechnisch verändertes Soja anbauen und deklarieren Mindestabstände der Felder zu bewohnten Gebieten, die mit Roundup besprüht werden.
Die Botschaft des in Deutschland promovierten Andrioli wurde deutlich „Europa muss nicht wiederholen, was in Brasilien nicht funktioniert.“ Seine angeführten Beispiele aus der Wissenschaft zeigten weitere Fragen mit denen sich der vielseitig bewanderte Referent auseinander setzt: Wie unabhängig ist die Wissenschaft und wie steht es um die Voraussetzungen einer unabhängigen Forschung auf diesen Gebiet.

 


Diese Fragen und Fakten an die Öffentlichkeit und die Politik zu bringen und zu diskutieren, war auch Ziel der anschließenden Podiumsdiskussion bei der VertreterInnen des Aktionsbündis für eine gentechnisch freie Landwirtschaft Sachsen, der Gäa, der Verbrauchergemeinschaft und des sächsischen LfULG als Ansprechpartner für das Publikum anwesend waren.


Deutlich wurde abermals in der Runde wie wichtig ein kritisches Hinterfragen veröffentlichter Zahlen und Fakten ist und welche elementare Bedeutung auch auf politischer Ebene das Abwägen zwischen Chance und Risiko besitzt.
Vor dem Hintergrund der Saatgutentscheidung auf Bundesrat-Ebene an diesem Tag wurde auch offensichtlich, wie wegweisend das öffentliche Bewusstsein sein und was eigenes aktives Handeln bewirken kann.